songs to fan the flames
Dave Lustig, dass Kollege Hasematzel auch kürzlich zum Thema 90er Jahre Hardcore einen schönen Beitrag schrieb, habe ich doch ebenso seit einer knappen Woche vor diesen Beitrag hier, zu ähnlichem Thema (Neue Errungenschaften im CD Regal) endlich abzuschießen.
In besagtem Regal stehen unter anderem nun die neue Rancid, Voice of a Generation, die neue Dredg und eben das zweite Refused Album Songs to Fan the Flames of Discontent, was noch in meiner Sammlung fehlte und ich zudem noch nie gehört hatte. Vorne angefangen kann ich sagen, dass Rancid seine Chance zu einem anderen Zeitpunkt bekommen wird. Die anderen drei Platten wurden aber bereits ausgiebigst und mit viel Freude gehört.
Voice of a Generation ist eine Street Punk Band aus Schweden die mir bisher komplett unbekannt war und deren The Final Oddition nur deswegen zufällig gekauft wurde, weil ich dieser Tage meine klassischen Sommer-Punkrock-Skate & Co. Wochen habe (Flatliners, Bouncing Souls, Propagandhi etc.). Und es hat sich gelohnt – eingängige Mitgröhl Nummern für die Straße und mit Democracy Is Dead ist auch ein absoluter Superhit mit drauf. Einfach, aber schön.
Auf das neue Werk von Dredg freute ich mich hingegen schon sehr lange. Und zwar ungefähr genau seit dem ich letztes Jahr das fantastische Konzert im Gloria gesehen habe. Einige neue Songs wurden damals bereits live gespielt und die Erwartungen waren somit enorm. Also schien es dann auch kein Wunder zu sein, dass sich nach dem ersten Anhören zunächst mal leichte Enttäuschung breit machte. Oder sagen wir besser Überraschung. Sehr viel ruhiger als erwartet ist sie ausgefallen, die Platte die den Namen The Pariah, The Parrot, The Delusion trägt. Viele Experimente, ein Haufen Interludes, teilweise erinnert es mehr an einen Soundtrack als an ein Album. Aber trotzdem besticht jeder einzelne Song durch beeindruckend guten Klang und eine tolle Produktion. So gut ist die Produktion, dass mir nur wenige Größen einfallen, die da noch einen oben drauf setzen. Und nachdem man sich dann mit dem merkwürdigen Aufbau angefreundet und die langen ruhigen Passagen zu schätzen gelernt hat, wird doch schnell klar: Dredg haben wieder einiges richtig gemacht. Nimmt man ihre letzten drei Alben ist dieses vielleicht trotzdem das schwächste, aber dafür auch das klanglich ausgefeilteste. Davon abgesehen bin ich sowieso großer Fan von Dino Campanella. Man hat der einen Groove! Und genau das wirkt wahrscheinlich auch nur live so richtig.
Und da kommen wir auch schon zum zweiten und gleichzeitig vorletzten Refused Longplayer, den ich mir schon seit Jahr und Tag wünsche und jetzt endlich mal Nägel mit Köpfen gemacht habe. Da The Shape of Punk to Come nunmal eines meiner absoluten Lieblingsalben ist, habe ich hier nicht erwartet, dass die Jungs aus Schweden Jahre zuvor bereits einen größeren Klassiker aufgenommen haben und dem ist auch nicht so. Aber, das muss man einfach sagen, vergleicht man Refused hier nicht mit sich selbst im Zenit ihrer Schaffenszeit sondern mit anderen Genre Größen, so ist auch Songs to Fan the Flames of Discontent ein überdurchschnittlich gutes Hardcore Album in allen Belangen, das ich so rauf und runter hören könnte. Brachialität gepaart mit viel Abwechslung und extremer musikalischer Versiertheit. Schon der erste Song Rather Be Dead geht so gut in die Fresse, dass eigentlich recht früh schon alles klar ist. Außerdem blitzt hier und da kurz auf, wo die Reise mit Refused noch hingehen wird. Super!
Im gleichen Zuge musste ich mich auch noch informieren was aus David Sandström geworden ist, diesem Tier von Ausnahmedrummer. Und siehe da, der Mann ist seit Jahren nur noch in ganz chilligen Soloprojekten unterwegs. Auch schön, aber ein wirklich Genre-definierender Drummer ist dabei auch vor die Hunde gegangen, das ist mir jetzt nochmal eindeutig bewusst geworden. In Sachen Einfluss muss der Mann im gleichen Atemzug mit Mike Bordin und John Stanier genannt werden, nur dass er am Ende wahrscheinlich noch der beste Trommler der drei ist bzw. war. Wie dem auch sei, ich schweife ab!
Fazit: Wieder einmal bin ich neu begeistert von alten Helden. Es hat also auch manchmal Vorteile, wenn man sich ein paar Album Schätze für spätere Jahre aufbewahrt. Denn ein Songs to Fan the Flames of Discontent würde heutzutage mit Sicherheit von keiner existierenden Band mehr veröffentlicht werden können. Und jetzt geh ich hin und höre mir Shift an.
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1 Comment »


June 3rd, 2009 at 9:46 pm
Grossartige Liste. “Songs to fan the flames of…” liebe ich übrigens für den unverpackt rohen HC-Sound. Vor allem der Mittelteil mit “It’s Not O.K..” und “Crusader of Hopelessness” bis “Worthless…” ist ein echtes Sahnestückchen.
Wenn Du Dich da reinhörst, dürfte Dir Snapcase auch gefallen.
Dredg werde ich mir wohl auch mal anhören.